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Pressemitteilung vom 15.11.2016

QUALITÄT DER DIFFERENZIERTEN LEHRERAUSBILDUNG ERHALTEN UND WEITER STÄRKEN

In einem gemeinsamen Positionspapier betonen die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) die hohe Qualität der bayerischen Schulausbildung, die Ende Oktober einmal mehr vom IQB-Bildungstrend 2015 bestätigt wurde. Damit eben diese hohe Qualität weiterhin gewährleistet werden kann, fordern die abl-Vorsitzenden Jürgen Böhm (brlv), Ursula Lay (KEG), Max Schmidt (bpv) und Jürgen Wunderlich (VLB) die Erhaltung und Stärkung der schulartspezifischen, differenzierten Lehrerausbildung in Bayern.

Um die Herausforderungen an eine moderne, zukunftsfähige Bildung zu meistern, wurden folgende Forderungen formuliert:

1. Die spezifischen Anforderungen und Besonderheiten der differenzierten Schularten müssen klar in der ersten Phase der Lehrerausbildung an den Universitäten fachlich, didaktisch, pädagogisch und praxisorientiert abgebildet werden. Dabei müssen die individuellen Bedürfnisse und Fördermöglichkeiten sowie die jeweiligen Talente der Schüler im Mittelpunkt stehen.

2. Die Lehrerausbildung für alle Schularten muss an Universitäten erhalten und ausgebaut werden. Dabei muss der Lehrerausbildung für alle Schularten ein exponierter Platz und entsprechende Wertschätzung eingeräumt werden. Dies ist mit den dafür erforderlichen Finanzmitteln zu untermauern.

3. Ein polyvalenter Sockel innerhalb der schulartspezifischen Studiengänge und Anschlüsse müssen in den Lehramtsstudiengängen ermöglicht werden.

4. Die enge Verbindung der universitären Ausbildung mit der Schulpraxis muss ausgebaut und erweitert werden (z.B. durch Ausweitung von Veranstaltungs-Kooperationen, Abordnungen von Lehrkräften und im Rahmen des Universitätsschulkonzeptes).

5. Die erste und zweite Phase der Lehrerausbildung endet jeweils mit einer Staatsexsamenprüfung und mündet in der Regel im Beamtenverhältnis.

6. Die zweite Phase der Lehrerausbildung (Vorbereitungsdienst/Referendariat) beträgt 24 Monate und schließt sich an die erste Ausbildungsphase an.

Pressemitteilung vom 15.03.2016

FLÜCHTLINGE: LÖSUNGEN LIEGEN IN DEN DIFFERENZIERTEN BILDUNGSWEGEN

Alle Schularten übernehmen Verantwortung bei der Integration jugendlicher Flüchtlinge und Migranten

Bei der Frage, wie man es schafft, Flüchtlingskinder und deren Familien erfolgreich in Bayern zu integrieren, heißt ein entscheidender Schlüssel: Bildung. Vor allem die bayerischen Lehrer werden aktuell und in den kommenden Jahren gefordert sein, diese Aufgabe zu übernehmen und Verantwortung zu tragen. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) dazu vergangene Woche mit Kultusminister Ludwig Spaenle diskutiert. Der Tenor war einstimmig: In unserem differenzierten Schulsystem lassen sich die Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen.

Aktuell konzentriert sich die Flüchtlingsthematik auf die Grund-, Mittel- und Berufsschulen. Vor allem in Übergangsklassen und Berufsintegrationsklassen sollen die Kinder und jugendlichen Asylbewerber zunächst im Bereich Deutsch fit gemacht werden. „Die Belastung für die Kollegen an diesen Schularten ist extrem hoch, auch weil aufgrund des großen Zustroms hunderte Lehrkräfte fehlen“, erklärt der Präsident der abl, Jürgen Böhm. „Künftig müssen wir die Lasten besser verteilen. Auch die Realschulen und die Gymnasien sollten in enger Kooperation mit den betroffenen Schularten noch stärker in die Flüchtlingsbeschulung mit einbezogen werden.“

Ein erster Schritt hierfür sind die sogenannten SPRINT-Klassen an der Realschule und InGym am Gymnasium. Die Integrationsklassen laufen seit diesem Schuljahr in Modellversuchen in München und Nürnberg und erhalten viele positive Rückmeldungen. Deshalb freut es Böhm, dass im kommenden Jahr die Zahl der Angebote ausgeweitet wird: „Unter den Flüchtlingen sind mit Sicherheit viele Heranwachsende, die eigentlich für die Realschule oder ein Gymnasium geeignet sind. Die größte Hürde stellt dabei die deutsche Sprache dar. Wir möchten, dass diese Kinder genauso vom differenzierten Schulsystem profitieren. Dafür werden wir gemeinsam mit dem Kultusministerium an Lösungen und Kooperationen auch über die allgemeinbildenden Schulen hinaus arbeiten.“

Im Gespräch mit dem Minister betonten die Lehrervertreter, dass die hohe Qualität der Bildung in Bayern trotz der Flüchtlingsaufgaben weiter erhalten bleiben müsse. „Die bayerischen Lehrkräfte und das Personal in den Schulverwaltungen bewältigen die Herausforderungen mit großem Engagement. Sie brauchen auch in Zukunft entsprechende Rahmenbedingungen, um erfolgreich arbeiten zu können“, sagte Böhm.

V.i.S.d.P. für die abl: Karolina Mahrla • presse@brlv.de • 089/ 55 38 76

Pressemitteilung vom 01.03.2016

Werte als Schutz gegen jede Art von Extremismus [42 KB]
Lehrer fordern mehr Freiräume, um Wertevermittlung besser in den Unterricht zu integrieren


Pressemitteilung vom 14.01.2016

„Abstriche bei der Bildungsqualität werden wir nicht akzeptieren“ [59 KB]
Jürgen Böhm ist neuer abl-Präsident – Erhalt der hohen Bildungsstandards in Bayern hat Priorität

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